Lange Zeit durfte sie sich nicht blicken lassen und später dann, als sie sich hätte zeigen dürfen, wurde sie ignoriert und abgelehnt – die Wut. Dabei gehört sie zu mir und auch zu dir – du, der/die das hier liest. Sie ist ein Teil von dir und mir, ebenso wie die Traurigkeit, Liebe, Freude, Angst…. Nur, stufen wir oftmals „unangenehme Gefühle“, wie Wut oder Angst in die Kategorie schlecht oder negativ ein und „angenehme Gefühle“, wie Freude bewerten wir als gut oder positiv.
Irgendwie haben wir es ja auch so gelernt… Sicher kennst auch du Sprüche, wie: „Heulsuse!“, „Schauspielerin!“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“, „Wenn du nicht aufhörst zu schreien, dann…“ und einige andere. Und jene Worte, sowie das meist damit einher gehende angepasste Verhalten, nehmen wir mit ins Erwachsenenleben und machen auch heute noch etwas mit uns.

Fühl doch mal

All die unterdrückten Gefühle sind noch da und wollen gesehen und vor allem GEFÜHLT werden. Die deutsche Sprache ist so großartig, denn sie birgt wunderbare Schätze in sich. So zum Beispiel das Wort „Gefühl“, denn in den Silben „Ge(h)“ und „fühl“ steckt praktisch schon die Lösung, für die wütende Frage in der Überschrift. Coach und Autor Robert Betz bringt es in seinen Vorträgen immer wieder auf den Punkt: „Geh hin und fühle!“. Unsere Gefühle wurden von uns geschaffen, sie gehören zu uns, sind Teil von uns. Und immer, wenn wir eines unserer Gefühle nicht haben wollen und unterdrücken, lehnen wir auch immer einen Teil von uns ab. Spannend oder?! 🙂

Wohin nun also mit der Wut? Da gibt’s verschiedene Wege… Natürlich animiere ich hier niemanden dazu, die Wut an jemand anderem auszulassen – was aber häufig passiert, wenn wir sie ständig unterdrücken. Irgendwann drückt da einer DEN Knopf bei dir und du gehst hoch…reagierst über. Altbewährte Möglichkeiten die Wut rauszulassen, kannst du natürlich gerne ausprobieren: joggen, in ein Kissen brüllen oder schlagen, mit Freunden quatschen, malen, laut Musik hören, aufschreiben, was dich bedrückt (zum Beispiel im eigenen Blog ;-))… Ventile sind super und auch wichtig, um Stress abzubauen. Du fühlst dich danach besser und die Wut ist weg – fürs Erste… Denn eigentlich ist sie ja irgendwie doch noch da… Spätestens wenn der nächste Knöpfedrücker an deiner Tür bimmelt, sagt auch die Wut wieder „Hallo, hier bin ich!“.

Annehmen statt Wegmachen

Also geh doch mal hin zu ihr oder bitte sie rein. Frag sie, was sie dir mitteilen möchte und schenk ihr Beachtung. Trete ihr freundlich entgegen. Nimm sie wahr, geh und fühl dein Gefühl! Hab Mitgefühl für dein Gefühl und lass es einfach mal da sein. Denn die Wut ist ja eh da! Und wenn du sie eine Weile fühlst, sie einfach da sein lässt, dann wirst du merken, wie es sich nach und nach leichter anfühlt. Es wird leichter, weil du die Wut angenommen hast, sie einfach hast sein lassen und nicht versucht hast, sie „wegzumachen“. Es gibt auch Meditationen, die dir dabei helfen können, deine Gefühle wahrzunehmen und natürlich gibt’s auch die Möglichkeit, dich beim Fühlen begleiten zu lassen, zum Beispiel durch einen Coach. Spontan falle ich mir da ein ;-p Auch, macht es Sinn, mal genauer hinzuschauen, wodurch die Wut bei dir ausgelöst wurde. Ich wünsche dir weiterhin ganz viele Aha-Erlebnisse und Spaß bei deiner Reise zu dir selbst. Gern begleite ich dich dabei, dich noch besser kennen, verstehen und lieben zu lernen – entspannt, empathisch und mit Humor. Es lohnt sich!

Lebensweg-Paket

Christiane Schwarzkopf - Wohin-mit-meiner-Wut